Über mich

Am 16. Januar 1967 kam ich als Tochter von Marianne und Horst Seewann zur Welt. Ich bin in Ebersberg großgeworden. Zeitgleich mit meiner ersten Ausbildung zur Erzieherin erwarb ich die Fachhochschulreife. Heute bin ich Sozial- und Gesundheitsfachwirtin und arbeite in leitender Stellung für den Paritätischen Wohlfahrtsverband. Seit 12 Jahren organisiere ich den Einsatz der Ebersberger Schulweghelfer. 2002 wurde ich erstmals zur Stadträtin gewählt, und im Jahr 2008 wiedergewählt.

Herkunft

Wie schon meine Großeltern und meine Mutter bin ich mit ganzer Seele Ebersbergerin. Mein Vater betrieb eine kleine Töpferei und schaffte es, uns drei Kinder mit Handwerk und Kunst großzuziehen. Zwischen seiner Werkstatt und dem Wohnhaus stand ein Walnussbaum, auf dem ich meine halbe Kindheit verbrachte – zu meinem Glück steht er heute noch. Wer wie ich in der Innenstadt aufwuchs, der kennt jedes Gässchen und jeden Winkel aus der Froschperspektive. In meiner Erinnerung war alles ein bisschen größer, aber nicht viel anders als heute. Als Grundschülerin nahm ich an einem Projekt von Bürgermeister Vollhardt teil, bei dem es um die Gestaltung eines Spielplatzes ging. Durch Mitwirkung etwas bewegen zu können begeisterte mich schon damals.

Familie und Beruf

Mein Mann Christian und ich kennen uns seit unserer Jugend. 1992 haben wir geheiratet. Im Jahr darauf kam unsere Tochter Julia zur Welt, 1995 unser Sohn Leopold. Christian führt in zweiter Generation eine Spedition im Landkreis Freising. Durch ihn bin ich mit wirtschaftlichen Fragen aus der Sicht mittelständischer Unternehmer vertraut.
Auch in meinem eigenen Beruf denke und handle ich ökonomisch – aus sozialer Verantwortung. Die Kindertagesbetreuung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes ist eine gemeinnützige GmbH. Als Pädagogische Leiterin von 28 Kindertageseinrichtungen mit 350 Mitarbeitenden müssen mir Wirtschaftlichkeit und Personalführung ebenso wichtig sein wie unser Bildungsauftrag. Anspruch und Realität zusammen zu bringen ist eine Aufgabe, die mich jeden Tag fordert und mir Freude bereitet.

Heimat

"Dahoam is do, wo 's Gfui is." Ich liebe diesen Ausspruch von Ottfried Fischer in der Kultserie Irgendwie und Sowieso. Meine Heimat war immer Ebersberg – auch in der Zeit, als ich nicht hier wohnte. Als junges Paar verschlug der Mangel an Wohnungen meinen Mann und mich nach Poing. Dort gründete ich 1996 den Verein "Kinderland" mit, der heute in Ebersberg und anderen Kommunen acht Kinderhäuser betreibt und dessen Vorstandsmitglied ich bis 2009 blieb.
1998 wies Ebersberg im Nordwesten der Stadt Grundstücke für Einheimische aus – so kam ich wieder heim und brachte meine kleine Familie mit. Bald begann ich mit meiner ehrenamtlichen Arbeit als Organisatorin der Ebersberger Schulweghelfer. Vor der Stadtratswahl 2002 fragte mich Bürgermeister Brilmayer, ob ich auf der Liste der CSU kandidieren würde. Ich hatte mich aber schon für eine andere Liste entschieden: die größte Gemeinsamkeit empfand ich mit den sozial aktiven Menschen im Ortsverband der SPD. Als frischgewählte Stadträtin hörte ich oft die Bemerkung aus anderen Fraktionen, meine Ansichten seien wohl deshalb so "vernünftig", weil ich kein SPD-Mitglied sei. Vernünftig bin ich, und ebenso loyal: mittlerweile­ gehöre ich dem SPD-Ortsverband an, heute bin ich stellvertretende Vorsitzende.

Verantwortung tragen

Wie alle Berufe erfordert auch das Amt des Bürgermeisters besondere Kompetenzen. Jeder Bürgermeister beginnt mit seinem Amtseid ein neues Leben und bringt dafür mit, was er bis dahin gelernt und gelebt hat – seine Persönlichkeit, sein Wissen und seine Erfahrung.
Wer führt, sollte Ziel und Weg kennen – und für neue Ziele neue Wege gehen. Von einer Bürgermeisterin wird dabei vielleicht noch mehr erwartet als von einem männlichen Amtsinhaber. Klug und souverän soll sie die Verantwortung tragen, soll Verwaltung und Stadtrat umsichtig lenken, soll den Überblick wahren, zukunftsweisend Impulse geben, Gefahren abwenden, Chancen erkennen und ergreifen. Dabei soll sie immer ein offenes Ohr haben, sich um alles kümmern und die freundliche Nervenstärke zeigen, die vielen Frauen in der zweifachen Herausforderung von Beruf und Familie eigen ist. Heute ist auch Männern klar, dass Frauen all das können. Und sie wissen es zu schätzen.

Lösungen finden

In einem so verantwortungsvollen Amt können mir ein paar Eigenheiten helfen, für die ich dankbar bin: Erstens mag ich Menschen (was vielleicht nicht so selbstverständlich ist wie es klingt). Deshalb finde ich gerne Lösungen für öffentliche Aufgaben und die Anliegen meiner Mitbürger. Das beginnt damit, dass ich aufmerksam zuhöre, und mündet nicht selten als Antrag in den Stadtrat. Oftmals stimmen alle Fraktionen meinen Vorschlägen zu. Manchmal werden sie abgelehnt und stehen doch wenig später im Programm einer anderen Partei (damit kann ich leben, wenn es der Sache dient). Es macht mir Freude, zu planen und zu organisieren, Neues zu gestalten und Altes wenn möglich zu verbessern. Dabei achte ich nicht nur auf die Anforderungen der Gegenwart, sondern handle immer auch vorausschauend.

Menschen motivieren

Im Leben wie im Beruf steht die Gemeinschaft für mich an erster Stelle. Mir ist es wichtig, Menschen auf menschliche Weise zu leiten. Ich ermutige sie, ihre Stärken zu entdecken und ihr Potential zu verwirklichen. Bei unterschiedlichen Meinungen geht es mir darum, zu vermitteln und Gemeinsamkeiten zu finden, am Ende aber auch Entscheidungen zu treffen und durchzusetzen. Führen, lenken und leiten sehe ich als Dienstleistung, durch die wir gemeinsam den bestmöglichen Erfolg erzielen – als Team.