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Betreuung ist mehr wert!
Was wäre unsere Gesellschaft ohne Menschen, die für andere da sind? In Erziehung und Pflege etwa leisten viele Außerordentliches. Dafür verdienen sie unsere höchste Wertschätzung. Fakt ist aber: Fast jede Arbeit wird besser bezahlt als der Dienst am Menschen. Die staatlich vorgegebenen Rahmenbedingungen der betreuenden Berufe sind mangelhaft. Gemeinsam mit Ihnen will ich sie verbessern. Dafür werbe ich mit meiner Kampagne "Betreuung ist mehr wert!".

 

 

 

 

Landwirtschaft von heute und morgen klug gestalten und fördern


(12. August 2020)
Von der Situation der Milchviehbauern über die Herausforderungen bei der Umstellung auf Biolandwirtschaft und der hohen Nachfrage bei der Direktvermarktung bis hin zur Zukunft der Landwirtschaft mit digitalen Möglichkeiten – über diese und weitere Themen tauschten sich meine Landshuter Kollegin Ruth Müller, landwirtschaftliche Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion und Mitglied des Landwirtschaftsausschusses im Bayerischen Landtag, und ich bei einer Agrar-Tour durch den Landkreis aus. Deutlich wurde dabei vor allem, wie vielfältig die Themen der Landwirte und wie herausfordernd das Spannungsfeld zwischen guter und finanziell auskömmlicher Landwirtschaft, Umweltschutz, Tierwohl und Verbraucherinteressen ist.


Im Gespräch mit mir zum Thema Biolandwirtschaft
(v.l.n.r.): Biolandwirtin Sabine Bachmeier
aus Englmeng und MdL Ruth Müller

Nach einem Austausch bei einem Milchbauern im südlichen Landkreis, bei dem es um die großen Herausforderungen bei der Umsetzung staatlicher Vorgaben wie der Düngemittelverordnung und die Entwicklung des Milchpreises ging, besuchten wir Sabine Bachmeier auf ihrem Hof in Englmeng. Mit ihr diskutierten wir über den Trend zur Biolandwirtschaft, die Herausforderungen bei der Umstellung des Betriebs von konventionellem hin zu biologischem Anbau und die Notwendigkeit, Lebensmittel wieder mehr wertzuschätzen. Für Landwirtin Bachmeier muss das Umdenken in den Köpfen nicht nur bei den Konsumenten stattfinden, sondern auch bei den Landwirten bereits in der Ausbildung an der Landwirtschaftsschule beginnen: „Wir müssen weg vom Mantra des ewigen Wachstums hin zum Ziel, dass gute Landwirtschaft auch mit biologischen Mitteln und ohne Großbetrieb ein auskömmliches Einkommen erwirtschaften kann.“


Austausch zur Situation der Landwirtschaft im
Landkreis Ebersberg mit Kreisbäuerin Barbara
Kronester (links) und Kreisobmann Franz Lenz

Ein Miteinander statt Gegeneinander von Landwirten und Verbrauchern ist auch das erklärte Ziel von Franz Lenz, Kreisobmann im Landkreis Ebersberg des Bayerischen Bauernverbands und Biolandwirt aus Zorneding, und Barbara Kronester, Kreisbäuerin aus Oberpframmern. Mit innovativen und kreativen Ideen wie Kochkursen im örtlichen Supermarkt oder der Zusammenarbeit mit den Hauswirtschaftsschulen setzen sie sich für Bewusstseinsbildung und Wertschätzung von qualitativ hochwertigen und regionalen Produkten ein. Ich bin sicher: Eine verantwortungsbewusste Konsumentscheidung setzt immer Wissen voraus – wo kommt mein Essen her und wie hat ein Tier vor der Schlachtung gelebt? Mit einem verpflichtenden Siegel, zum Beispiel zum Thema Tierwohl, würde den Konsumenten die Kaufentscheidung leichter fallen. Auch eine stärkere Förderung der Direktvermarktung von Lebensmitteln in Hofläden oder Milchtankstellen wäre zu begrüßen. Gerade die Corona-Zeit hat gezeigt, dass das Interesse der Menschen am Einkauf regionaler Produkte sehr groß ist. Eines der Themen, das die Landwirte ganz besonders umtreibt, ist der Klimawandel: Bauern sind die ersten, die von den Auswirkungen wie vermehrte Trockenheit oder Überschwemmungen betroffen sind. Und sie sind es, die einen wertvollen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen können und wollen. Dafür braucht es aber die nötige Unterstützung seitens der Politik, ebenso wie ein verantwortungsbewusstes Konsumverhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher!


Die Zukunft der Landwirtschaft im Blick – im
Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der
Tierzuchtanstalt des LfL in Grub

Zum Spannungsfeld Tierwohl, Ökologie und Ökonomie sowie die Landwirtschaft der Zukunft tauschen wir uns am Ende der Tour auch mit Vertreterinnen und Vertretern der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Grub aus. Aufbauend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und Projektergebnissen und im Zusammenspiel mit digitalen Techniken werden hier Konzepte entwickelt, wie Landwirtschaft mit Zukunftsperspektive gestaltet werden kann. Prof. Götz als Mitglied des Präsidiums sowie die Leiter und einige Mitarbeiter der verschiedenen Institute in Grub stellten uns dabei die verschiedenen Einrichtungen, Arbeitsbereiche und Themenfelder vor - von intelligenter Düngung und neue Verfahrenstechniken in der Grünlandwirtschaft, über modernes Futtermanagement und aktuelle Aspekte der Tierhaltung am Beispiel der Zuchtsauenhaltung bis hin zur Bedeutung bäuerlicher Zuchtprogramme für eine nachhaltige Landwirtschaft. Auch hier zeigte sich: Ein Wandel in der Landwirtschaft ist nur mit Beratungsangeboten und staatlicher Unterstützung und Förderung möglich. Die Landwirte rüsten gerne nach, um beispielsweise in tierwohlgerechte Stallungen zu investieren, doch alleine können sie diese teils sehr hohen Investitionskosten nicht stemmen. Diesen Spagat gilt es zu lösen und mit politischen Weichenstellungen zu unterstützen. Ziel müssen eine Stärkung der familiären Betriebe und mehr Wertschätzung - auch finanzieller Art - für die Arbeit der Landwirte und seine Erzeugnisse sein. Es kann nicht sein, dass ein Schnitzel möglichst billig sein soll, ohne zu hinterfragen, wie das Tier gelebt hat, wie viel Zeit und Aufwand die Aufzucht in Anspruch genommen haben und wie wenig beim einzelnen Landwirt finanziell hängen bleibt, weil die großen Margen an den Discounter fallen.

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